Ehrenamt bei LOXX

Ob bei einem Großbrand oder in einem komplexen Kundengespräch – wenn Daniel Brunner im Einsatz ist, agiert er sehr engagiert. Für sein Ehrenamt beim Technischen Hilfswerk (THW) unterstützt LOXX das gesellschaftliche Engagement des Kundenberaters.

Der dunkle Nachthimmel ist in rotgelbes Licht gefärbt, dicke Rauchschwaden ziehen über das Gelände eines verlassenen Lebensmittelgeschäfts hinweg. Zahlreiche Löschfahrzeuge der Feuerwehr stehen auf dem mit Schnee bedeckten Boden. Feuerwehrleute mit dicker Schutzkleidung zielen mit Löschschläuchen auf das Feuer. Daniel Brunner und seine Kolleg:innen vom THW sind mittendrin. Sie leuchten das Gelände mit fast 40 Scheinwerfern und Lichtmasten aus und räumen Schneisen in den Markt, damit die Feuerwehrleute an die Brandherde herankommen.
Anfang Februar kam es eines nachts im Mülheimer Hafen zu einem großen Brand. Ca. 350 Feuerwehrleute aus Mülheim a.d.R. und den umliegenden Städten waren vor Ort. „Das war eine gefährliche Situation. Über dem Markt führte noch eine Hochspannungsleitung, das hätte einen großflächigen Stromausfall geben können“, berichtet Daniel Brunner. Glücklicherweise konnte der Brand rechtzeitig gelöscht werden und es wurde niemand verletzt. Damit der Kundenberater kurzfristig einspringen kann, unterstützt LOXX sein ehrenamtliches Engagement für das THW, der deutschen Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes, und stellt ihn für solche Einsätze frei.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit

Nicht nur für sein Ehrenamt, auch bei seinen Aufgaben als Kundenberater Europa im Außendienst erhält der 47-Jährige das nötige Vertrauen von seinem Arbeitgeber. Er arbeitet seit 2013 im Unternehmen und schätzt die Freiheiten seiner Tätigkeit: „Ich habe natürlich meine Vorgaben, aber ich kann meine Arbeitsabläufe selbst gestalten, das bedeutet mir viel.“ Nach Stationen bei verschiedenen Logistikunternehmen in Mülheim, Essen und zuletzt Burbach zog es den gelernten Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung wieder zurück ins Ruhrgebiet. Auf LOXX ist er durch einen Bekannten gestoßen, der damals mit dem Unternehmen zusammenarbeitete. „Mein Bekannter sagte mir damals, hier sei man als Kunde wirklich Kunde und nicht nur eine anonyme Nummer. Das fand ich mit Blick auf eine Tätigkeit als Kundenberater sehr verlockend“, erzählt Daniel Brunner. Zu seinen Aufgaben gehören neben der Erstellung von Tarifen und Kalkulationen auch immer mal wieder besondere Anfragen. Er berät beispielsweise Kunden, wenn bei einem Transport ein Schaden entstanden ist, wie Synergien erzeugt werden können oder wie Ware so neutralisiert werden kann, dass ihre Herkunft nicht für jeden ersichtlich ist. Die persönliche Bindung zum Kunden ist für ihn sehr wichtig, daher versucht er möglichst häufig die Kunden vor Ort zu besuchen. „Das persönliche Gespräch, selbst ein ungezwungenes Quätschchen, stärkt die Bindung und das Vertrauen“, weiß Daniel Brunner. In Zeiten von Corona verlegt sich der meiste Kontakt auf Telefonate und E-Mails, selten auch mal Videokonferenzen. „Die sachlichen Fragen können auch über die Distanz gut abgedeckt werden, aber man kann einfach nicht die Mimik des anderen sehen, das ist im Kundengespräch natürlich manchmal ganz entscheidend“, erzählt Daniel Brunner.  

Erlebnisse verarbeiten

Das persönliche Gespräch ist auch bei seiner Funktion als Peer für das Einsatznachsorgeteam beim THW entscheidend. Dabei steht er zusammen mit anderen Peers und psychosozialen Fachkräften den Einsatzkräften zur Seite, die Unterstützung bei der Verarbeitung von Eindrücken aus ihren Einsätzen benötigen. „Wenn ein Mensch tot geborgen wird oder es viele Schwerverletzte gibt, dann sind das Bilder, die sich im Gedächtnis eingraben. Damit umzugehen, ist für die Einsatzkräfte manchmal nicht so einfach“, berichtet Daniel Brunner. Wovon er da spricht, weiß der gebürtige Mülheimer aus eigener Erfahrung. Vor einigen Jahren kam es bei einem großen Musikfestival zu einem Unglück, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen und hunderte schwer verletzt wurden. Damals war Daniel Brunner als Zugführer mit dem THW vor Ort und merkte, wie wichtig eine psychologische Betreuung für die Einsatzkräfte ist. Seither hat er sich intensiv weitergebildet und steht den Einsatzkräften mit Gesprächsangeboten zur Seite. „Meine Hauptaufgabe in diesen Gesprächen ist es zuzuhören, um zu verstehen, was meine Gesprächspartner:innen bewegt. So kann ich ggfs. weitere praktische Hilfe in Notlagen anbieten“, berichtet er. Er selbst wurde für diese Aufgabe umfangreich geschult und kann mit seiner Vorgesetzten in Supervisionen über das Erlebte sprechen.

Pfeiler der Gesellschaft

Rund 98 Prozent des THW besteht aus ehrenamtlich engagierten Menschen, das sind gut 80.000 Helfer:innen bundesweit. „Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger Pfeiler unserer Gesellschaft. Daher unterstützen wir auch unsere Mitarbeiter:innen wie Daniel Brunner, in dem wir sie für solche Einsätze freistellen, und danken ihnen für dieses großartige Engagement“, sagt Ulrich Schröder, Geschäftsführer LOXX Logistics GmbH. Daniel Brunner engagiert sich bereits seit 33 Jahren für das THW. Als er etwa 15 Jahre alt war, traf er eher zufällig gemeinsam mit seinem Vater auf eine Aktion des Hilfswerks. „Die ganzen Rettungswerkzeuge fand ich beeindruckend, wer hatte sonst schon mal einen Aufbruchhammer in der Hand“, erinnert sich der Wahl-Essener. Nach ein paar Schnupperdiensten trat er der Jugendgruppe bei. Unterbrochen von einem einjährigen Aufenthalt in Neuseeland ist er seither ehrenamtlicher Mitarbeiter beim THW – vom Helfer über den Zugführer bis hin zum Ausbildungsbeauftragten hat er zahlreiche Stationen durchlaufen. „Es ist schön zu wissen, dass man Menschen helfen kann, die Hilfe benötigen“, sagt Daniel Brunner über sein Engagement. Auch die Ausbildung der Nachwuchskräfte bereitet ihm Freude. Dort lehrt er beispielsweise, wie Helfer Betroffene in Katastrophengebieten bergen können. Er organisiert aber auch gemeinsame Koch-Aktionen mit der THW-Jugendgruppe und entbeint z.B. mit den Kindern und Jugendlichen schon mal 13 Kilogramm Rindfleisch und bereitet mit ihnen Gerichte zu.

Kochen zum Abschalten

Privat kann er beim Kochen gut abschalten. Gemeinsam mit seinem früheren Lebensgefährten und mittlerweile sehr gutem Freund veranstaltet er Kochabende, bei denen sie modern interpretierte Klassiker wie Königsberger Klopse oder Chili con Carne mit dunkler Schokolade frisch auf Vorrat zubereiten und in Gläsern vakuumiert einlagern. Für die Zeit nach Corona hat sich Daniel Brunner schon ein Ziel fest vorgenommen: „Ich möchte unbedingt etwas ganz Neues machen und lernen, ein Musikinstrument zu spielen. Schon in der Schule war das Notenlesen nicht unbedingt mein Steckenpferd. Das zu lernen, ist eine richtige Herausforderung für mich – und darauf freue ich mich schon.“

Diesen und weitere Artikel finden Sie in der eXXpresso 06/2021.